Luxus auf der Pole-Position: Gucci wird ab 2027 Titelsponsor von Alpine
In der Formel 1 bahnt sich eine visuelle und kommerzielle Revolution an. Wie das Alpine-Team und das italienische Modehaus Gucci offiziell bekannt gaben, gehen die beiden Marken ab der Saison 2027 eine historische Partnerschaft ein. Erstmals in der Geschichte der Königsklasse übernimmt ein High-Fashion-Luxuslabel die Rolle des offiziellen Titelsponsors eines Rennstalls.
Das Team aus Enstone und Viry-Châtillon wird ab 2027 unter dem Namen Gucci Racing Alpine Formula One Team an den Start gehen.
Das Ende der „pinken Ära“ und ein neuer Look
Mit dem Einstieg von Gucci endet die fünfjährige Zusammenarbeit zwischen Alpine und dem Wassertechnologie-Unternehmen BWT, das die Autos in den vergangenen Jahren maßgeblich pink färbte. Ab 2027 weicht dieser Look einer völlig neuen visuellen Identität: Die Boliden werden künftig in den traditionellen Gucci-Farben – einem Mix aus tiefem Grün, markantem Rot, Schwarz und goldenen Monogramm-Elementen – erstrahlen. Um die französische Motorsport-Historie zu wahren, soll das klassische Alpine-Blau als feiner Akzent erhalten bleiben.
Zusätzlich wird das Projekt „Gucci Racing“ ins Leben gerufen – eine Lifestyle- und Business-Plattform, die maßgeschneiderte Bekleidungskollektionen für die Fahrer (aktuell Pierre Gasly und Franco Colapinto), Mechaniker und das Hospitality-Team umfasst sowie exklusive Erlebnisse für High-End-Kunden kreiert.
Die Stimmen zum historischen Deal
Für Gucci-CEO Francesca Bellettini ist der Einstieg ein strategischer Meilenstein, um die kulturelle Relevanz der Marke auf einer globalen Bühne zu stärken:
„Die Formel 1 repräsentiert heute eine einzigartige Konvergenz aus Leistung, Kultur und globaler Reichweite. Alpine ist der richtige Partner, um unsere Vision zum Leben zu erwecken. Gucci Racing ist mehr als nur eine Präsenz in der Startaufstellung; es ist ein Ausdruck dessen, wer wir sind.“
— Francesca Bellettini, Präsidentin und CEO von Gucci
Auch Alpine-Berater Flavio Briatore, der in seiner Karriere bereits bei Benetton bewiesen hat, wie erfolgreich die Symbiose aus Mode und Motorsport sein kann, zeigt sich begeistert:
„Das Enstone-Team hat eine Geschichte darin, die Dinge anders als andere zu machen. Wir haben früher schon gezeigt, dass Mode in der Formel 1 ganz vorne landen kann. Diese Kooperation zeigt das wachsende Momentum hinter unserem Team.“
— Flavio Briatore, Executive Advisor des Alpine F1 Teams
Zahlen und strategische Hintergründe
Obwohl von den Parteien Stillschweigen über die finanziellen Details vereinbart wurde, schätzen Branchenexperten das Volumen des mehrjährigen Vertrags auf 55 bis 60 Millionen US-Dollar pro Saison.
Hinter den Kulissen sorgt zudem eine personelle Verbindung für eine perfekte Synergie: Luca de Meo, der als CEO der Renault-Gruppe einst die Marke Alpine in der Formel 1 neu belebte, ist inzwischen CEO des Luxuskonglomerats Kering – dem Mutterkonzern von Gucci.
Der Deal kommt für Alpine zu einem sportlich günstigen Zeitpunkt. Nach einer extrem schwierigen Phase im Jahr 2025 zeigt die Formel-1-Kampagne 2026 einen deutlichen Aufwärtstrend: Mit starken Punktplatzierungen in den ersten Saisonrennen hat sich das Team auf dem fünften Rang der Konstrukteurswertung stabilisiert und beweist damit auch sportliche Attraktivität für Sponsoren dieses Kalibers.
Verifizierte Quellen:
Offizielle Pressemitteilung: Alpine Cars Media – „Luxury takes the grid: Gucci enters Formula One with Alpine, becoming its Title Partner“
Branchen- & Wirtschaftsanalyse: Ministry of Sport – Details zum geschätzten Deal-Volumen von 55–60 Mio. USD.
Motorsport-Fachmedien: F1i.com & Wallpaper Magazine – Hintergründe zu den Design-Entscheidungen (Demna) und der Verbindung über Kering-Chef Luca de Meo.

Credit: Jean-François Robert/Modds